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Streetfood aus aller Welt


Ah, you are German!

Juni 27th, 2012 § 0 comments

Von Simone Deitmer

Am Tisch sitzt eine Gruppe aus Süddeutschland und spielt Karten, zwei Mädels aus Hannover kochen, ein Paar – sie aus Köln, er aus Nürnberg – surfen im Internet. Zwei Franzosen, ein Engländer und eine Japanerin sind auch noch anwesend.Sie gehen aber ein wenig unter angesichts der Überzahl an Deutschen.

Diese Szene könnte sich im Gemeinschaftsraum eines jeden Hostels in Neuseeland oder Australien abspielen. Wo man auch hinkommt – es sind immer noch einige andere Deutsche zu Gast.Viele von ihnen sind zwischen 18 und 20 und direkt nach dem Abitur ins Ausland gegangen. Man bekommt den Eindruck, es gehört zu einem Standard-Lebenslauf dazu, nach der Schule oder während des Studiums in „down under“ gewesen zu sein.

Vor Ort hat das zur Folge, dass sich auf der anderen Seite des Globus viele deutsche Grüppchen bilden. Sucht man keinen Kontakt zu anderen Nationalitäten oder gar zu Einheimischen, kann man ohne Probleme ausschließlich in deutscher Gesellschaft reisen und leben. Es ist fast wie zu Hause: In der U-Bahn von Sydney hört man so manchen deutschen Dialekt, die Verkäuferin in der Bäckerei begrüßt einen mit „Guten Morgen“ und solange im Hostel keine anderssprachigen Traveller mit am Tisch sitzen, wird aus Bequemlichkeit Deutsch gesprochen.Zum Leidwesen der Reisenden aus anderen Nationen, die genervt die Augen verdrehen, wenn „the Germans“ mal wieder in der Überzahl sind. Das führt so weit, dass man sich rechtfertigt oder sogar entschuldigt, nach dem Motto: „Ja wir reisen viel, sorry!“

Die deutschen Enklaven, die sich in den Backpacker-Unterkünften bilden, nehmen der Reise natürlich das Abenteuer und die Exotik (sofern man in Australien und Neuseeland überhaupt von Exotik sprechen kann). Selbstverständlich freut man sich als gebürtige Allgäuerin wenn man an einem Tag in Sydney gleich zwei Allgäuer trifft und einer davon auf die selbe Schule gegangen ist, wie man selbst.

Andererseits ist es ein noch besseres Gefühl, einen echten Australier kennen zu lernen und etwas über Land und Leute zu erfahren. Welche Gesellschaft man in „down under“ sucht, bleibt jedem Reisenden selbst überlassen.

Die deutschen Work & Travel-Reisenden haben es selbst in der Hand, wie weit sie sich tatsächlich auf auf andere Kulturen einlassen.

Fotos: Christoph Lempertz

Das interkulturelle Reisetagebuch ist ein Blog von change.project und crossculture academy.

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