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"Pho Suppe in Vietnam" im Reiseblog von HostelBookers.de


Streetfood aus aller Welt


Einmal Nudelsuppe bitte

November 26th, 2011 § 0 comments

In kulinarischer Hinsicht lässt sich unsere Indien-Reise bisher in verschiedene Phasen aufteilen. Die ersten paar Tage könnte man als „Paranoia-Phase“ bezeichnen: skeptisch wurden Besteck, Gläser, Küchen und Kellner beäugt. Sind Wasserflaschen mit Leitungswasser aufgefüllt worden? Ist die Cola echt? Bringt mich die Tomatenscheibe auf dem Toast um? Nach zwei bis drei Tagen war es okay, dass Tassen nur eine Sekunde unter kaltem Wasser ausgespült wurden – solange der Tee heiß war und die anderen Gäste einen fröhlichen Eindruck machten.

Irgendetwas muss man ja zu sich nehmen. Es folgte die „Ausprobier-Phase“: Butter Panner Masala, nordindisches Thali, Dhal oder Aloo Matter schmeckten mehr oder weniger gut. Über einen kulinarischen Reinfall tröstete ein Nutella-Pancake oder ein Snickers hinweg. Das furchtlose Ausprobieren gipfelte in einer einwöchigen Infektion, die jeglichen Appetit auf indisches Essen zerstörte. Schon beim Lesen der Speisekarten kam Übelkeit auf.

In der „Abstinenz-Phase“ wurden Toast, Kartoffelpüree, Suppe, Spaghetti, Pizza, Pommes oder Club-Sandwich bestellt – ohne Gewürze bitte. Den verwunderten Kellnern wurde dies mit einem Hinweis auf die Magengegend erklärt. Indien hat angeblich die beste Küche der Welt, vielen Dank ohne uns. Als „Kulturbanausen“ lebte es sich für eine Weile ganz gut. Doch Pizza und Pasta sind zum einen teurer und zum anderen wegen der geringen Auswahl auch irgendwann langweilig – schließlich sind wir nicht in Italien.

Es brach schlussendlich die „Versöhnungsphase“ an. Das indische Essen am Nachbartisch begann verführerisch zu duften. Kellner werden nach dem Schärfegrad der Gerichte befragt. Schließlich beginnen wir, der lokalen Küche noch eine Chance zu geben und sind auf dem besten Weg, doch noch Fans zu werden.

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