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„Lebe den Moment, denn du weißt nicht, wie es dir morgen geht.“

September 6th, 2012 § 0 comments

von Leonore Heldman

Das Kastensystem in Indien – kaum einer hat davon noch nichts gehört. Doch was genau verbirgt sich dahinter?

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Das Kastensystem gliedert die indische Gesellschaft in strikte unflexible Kategorien. Die vier Hauptkasten (Brahmins, Kshatriyas, Vayishas, Shudras) sind alle jeweils in kleinere Unterkasten aufgeteilt, die jedoch unzählbar sind. Im Leben eines Inders geht es um das gute Karma (die Frucht deiner Taten). Nur derjenige, der in seinem Leben gute Taten vollbracht hat (wie z.B. Pilgern, Almosen, Beten etc.) kann sich erhoffen in seinem nächsten Leben in einer höheren Kaste wiedergeboren zu werden. Dies ist der Grund warum Inder aus unseren Augen immer so glücklich scheinen. Sie akzeptieren ihr Schicksal und versuchen das Beste daraus zu machen. Über Probleme oder Gefühle spricht man eigentlich nie.

Wie bereits erwähnt ist das Kastensystem ziemlich rigide. Jede Kaste verfügt über ihren eigenen Brunnen, Tempel, Viertel etc.  Man isst nicht bei anderen Kasten, und berührt ein anderer Kastenangehöriger das Essen, wird es weggeworfen. Ein Mädchen, welches Beziehungen mit Männern hat, beschmutzt den Ruf der Familie und riskiert ausgestoßen zu werden. Viele Freiheiten lässt das Kastensystem nicht zu. Jedoch entfernen sich Menschen in Städten immer schneller von diesem System. Immer häufiger suchen junge Menschen nach ihrem individuellen Glück in Liebe und Beruf.

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Frau in Indien zu sein ist nicht leicht. Die Frau ist dem Mann eindeutig untergeordnet. Immer noch wird Frauen der Zugang zu Bildung und gesundheitlicher Versorgung verwehrt. Folglich sterben Frauen häufiger im jungen Alter oder nach geschwächtem Zustand wie z.B. nach Geburten. Auch häusliche Gewalt und Vergewaltigungen gehören zum Schicksal der indischen Frau. Männer werden dir immer sagen, dass sie Frauen respektieren, da sie Mutter ihrer Kinder sind. Doch leider sieht die Realität anders aus. Aufgrund der hohen Arbeits- und Perspektivlosigkeit versinken viele Männer auf dem Lande im Alkoholsuff welcher auch eine der Haupttodesursachen ist.

Das Leben in Indien ist in manchen Gegenden ein harter Überlebenskampf, der den Menschen wenig Raum zur persönlichen Entwicklung gibt. Es geht nicht um persönliches Glück, sondern vielmehr darum, die Familie zu ernähren. Viele Kinder gehen nicht in die Schule, um ihren Eltern im Laden zu helfen.

Besonders schön finde ich die Einstellung „Lebe den Moment, denn du weißt nicht, wie es dir morgen geht“. Geld wird nicht gespart, da es meist nicht mal genug zum Sparen gibt. Inder lassen sich bei allem Zeit. Das kann manchmal nervenaufreibend sein, wenn man schon seit 45 Minuten in der Schlange des „post office“ steht und man mit „2 hours lunch break“ der Behörden überrascht wird. Das kann aber auch sehr entspannend sein. Teetrinken 5-mal am Tag mitten auf der Straße: Wem gefällt das nicht? Die Gastfreundschaft ist auch besonders, wobei man hier auch aufpassen muss, da man als Weißer immer privilegiert behandelt wird.

Ihr seht, ich kann nicht aufhören. Das ist Indien- das Land für Photographen. Das Land, in dem man sich nie langweilt. Für jeden gibt es hier etwas zu entdecken. Hinter vielen Menschen stehen interessante, entdeckungswürdige Geschichten. Nun seid ihr dran eure eigenen Erfahrungen zu sammeln. Denn dies ist noch lange nicht alles…

Das interkulturelle Reisetagebuch ist ein Blog von change.project und crossculture academy.

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