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Possum – Der Staatsfeind Nr. 1

April 6th, 2012 § 0 comments

Von Simone Deitmer

Die Neuseeländer lieben ihr Land und der Naturschutz steht auf den beiden Inseln südlich des Äquators an erster Stelle. Neuseeland gilt als grün, sauber und zieht mit unberührter Natur und intaktem Ökosystem Touristen aus aller Welt an. Die Regierung und auch die Bürger tun einiges in Sachen Umweltschutz. Okay… sie fahren riesige, sprit-fressende Autos und benutzen diese auch für kleine Wegstrecken. Aber andererseits wird der Müll getrennt, überall sind Aufforderungen wie „Love NZ – Recycle with Care“ oder „Be a green Kiwi“ zu lesen. Um keine schädlichen Keime ins Land zu bekommen, werden Gepäckstücke am Flughafen genau untersucht und beispielsweise schmutzige Wanderstiefel von den Beamten gesäubert.

Tierschutz wird ebenfalls groß geschrieben. Die Zuneigung der Einheimischen gilt insbesondere dem nachtaktiven und scheuen Vogel namens Kiwi, der das Nationalsymbol Neuseelands ist. Das flugunfähige Tier ist so populär, dass er Namensgeber für die Bewohner Neuseelands wurde – die „Kiwis“.

Soviel steht also fest: Die Kiwis lieben den Kiwi und ihre wunderschöne Natur. Wer verstehen will, wie sehr sie das tun, der sollte sich die Kehrseite der Medaille kennen lernen: der Kampf gegen die Possums. Diese durchaus putzigen Tiere werden als der größte Feind der neuseeländischen Flora und Fauna angesehen. Die nachtaktiven Possums knabbern junge Bäume an, verspeisen Vogeleier und fressen Küken – was sie wiederum zur Gefahr für den Kiwi macht.Folglich sind sie der Staatsfeind Nr. 1 und die ansonsten so freundlichen Neuseeländer hassen die Beuteltiere wie die Pest.

Ursprünglich stammt das Possum aus Australien – was ihm bei den Neuseeländern nicht gerade Sympathiepunkte einbringt. Es wurde einst in Neuseeland ausgewildert, um die Pelzindustrie zu fördern. Der unerwünschte Nebeneffekt: es vermehrte sich explosionsartig und die Population wird heute mit einem staatlichen Programm unter Kontrolle gehalten. Sprich: Gift aus der Luft sowie Fallen am Boden. Natürlich lassen es sich die menschlichen Kiwis nicht nehmen, selbst zur Waffe zu greifen und nachts auf Possum-Jagd zu gehen.

Auf den Highways weint keiner einem überfahrenen Possum eine Träne nach. Im Gegenteil: wer ein Possum erledigt, ist in Neuseeland ein Held. Aber wehe man krümmt dem Kiwi eine einzige Feder.

Fotos: Christoph Lempertz

Das interkulturelle Reisetagebuch ist ein Blog von change.project und crossculture academy.

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