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"Pho Suppe in Vietnam" im Reiseblog von HostelBookers.de


Streetfood aus aller Welt


Selbstbräuner trifft Sonnenschirm

Januar 9th, 2012 § 0 comments

Neulich in einem großen vietnamesischen Einkaufszentrum. Das Herz schlägt schneller beim Anblick der gut sortierten Regale mit Dingen aus aller Welt: Bahlsen Kekse, Salzstangen, Haribo – da kommen Heimatgefühle auf. Nachdem bereits ein paar der teuren deutschen Heimweh-Produkte im Korb liegen, führt der Weg in die Kosmetikabteilung. Nach knapp vier Monaten auf Reisen sind nicht nur die Lieblingskekse begehrenswert. Auch ist die Bodylotion schon längst aufgebraucht und Eincremen erscheint wie ein Luxus, den man sich dringend mal wieder gönnen sollte.
Leichter gesagt als getan. Die Cremes, welche sich die Vietnamesinnen in den Einkaufswagen packen, sehen nur auf den ersten Blick gut aus.Nivea Bodylotion mit „Whitening Effect“. Okay… falsche Wahl. Die nächsten Produkte im Regal heißen: White Pearl Skin, Shiny White, Pearling White usw. Nicht eine „normale“ Creme ist zu finden! Während sich viele Menschen in Deutschland mit Selbstbräuner und Solarium eine künstliche Bräune verschaffen, ist in Südostasien heller Teint „en vogue“. Auch in den Werbespots und auf Plakaten in Bangkok oder in Saigon sind nur Models mit weißer Haut zu sehen.

Sowohl in Vietnam als auch in Thailand ist uns aufgefallen, dass viele Menschen (meist Frauen) geradezu lichtscheu sind. Sie versuchen ihre Haut möglichst weiß zu halten – und das nicht nur mit chemischen Zusätzen in der Bodylotion. Schirme als Sonnenschutz, Hüte, Schals, lange Kleidung und sogar Handschuhe bei Temperaturen von 30 Grad gehören zur Sonnenschutzausrüstung. Ist kein Schirm zu Hand, halten sich die Frauen in Bangkok ihre Handtasche über den Kopf und huschen so durch die brennende Sonne. Da wirkt es geradezu absurd, dass sich Touristen wie Brathähnchen an den Stränden in der Sonne brutzeln. Das Schönheitsideal der jeweiligen Kulturen könnte nicht unterschiedlicher sein.

Die Hellhäutigen streben nach einer tollen Urlaubsbräune, die zu Hause ein wenig vorgeführt werden kann. Und manche „local people“ hätten vermutlich gerne die Hautfarbe der Touristen (wenn möglich vor dem Sonnenbrand). Denn blass zu sein, kann sich nicht jeder erlauben – ein einfacher Arbeiter auf der Straße oder in der Landwirtschaft kann der Sonne nicht aus dem Weg gehen. Ein wenig hat wohl beides mit dem Status zu tun.

Das interkulturelle Reisetagebuch ist ein Blog von change.project

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