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Streetfood aus aller Welt


Von der Natur, in die Natur und mit der Natur – und das Ganze dabei genießen!

September 27th, 2012 § 0 comments

von Heike Möller

Es ist ein sonniger Tag in Schweden – ja, richtig, es gibt sonnige Tage im Norden. Auch wenn wir uns das in Deutschland oftmals gar nicht vorstellen können. Schweden? Ist es da nicht immer dunkel? Bringen sich da nicht alle um, weil es immer nur dunkel und kalt ist? Das sind oft die ersten Gedanken, die man hat, wenn man an den Norden denkt. Ich wollte schon immer mal nach Schweden und dann war es auf einmal so weit. Für fünf Monate sollte ich dort sein und meine Abschlussarbeit für das Studium in einer Firma schreiben. Kurz davor bekam sogar ich Zweifel: Ist es da nicht immer kalt?

Ja, es ist ein sonniger Tag und es gibt viele davon und ich liebe sie. Trotz sonnigem Wetter gehe ich natürlich zur Arbeit. Heute sind schon alle vor mir im Büro. – Warum? Damit sie früher wieder nach Hause gehen können! Egal ob der einfache Mitarbeiter vor seinem PC oder der Abteilungsleiter, der von einem zum anderen Meeting springt – kommen die Sonnenstrahlen raus, heißt es: „Ab nach Hause- so früh wie möglich!“. Ist morgen ein wichtiges Meeting, dann muss es eben morgen noch vorbereitet werden. Natürlich bleibe auch ich nicht alleine im Büro sitzen. Zuhause angekommen setzt sich ein Schwede aber nicht vor Facebook oder legt sich in den nächsten Gartenstuhl. Nein! Ab zum Hafen am nahen See und los geht die Spritztour mit dem Boot, am besten noch mit einem Wakeboard im Schlepptau. Danach wird erstmal eine Insel gesucht, am besten eine ruhige, auf der man alleine ist. Der Picknickkoffer wird aus dem Boot geholt und eventuell ein Grill aufgebaut. Der Feierabend ist perfekt und das Wetter wird voll und ganz ausgenutzt.

Auffallend ist außerdem die Kaffeekultur in Schweden. Mit gutem Kaffee und selbst gemachten Kuchen oder Gebäck lässt es sich doch gleich viel besser arbeiten. Am besten sind Kaffeerunden, in denen die ganze Abteilung zusammen sitzt bei einer Fika (schwedisch: Kaffee trinken) und man über alles andere als über die Arbeit redet. Mittagspausen werden oft genutzt, um Fitness zu machen oder im Wald eine Runde zu laufen. Zusätzlich gibt es viele kleine Restaurants, die im familiären Flair Mittagsbuffet anbieten. Dabei sitzt man entweder auf gemütlichen Sofas oder an Tischen, die aber nicht aneinander gereiht sind in einem Raum, sondern in einem Raum stehen, der einem Wohnzimmer ähnelt.

Schnell wird mir klar – Schweden sind Genießer und gerne aktiv in der Natur und sie scheinen nach einem Grundprinzip zu leben: Familie geht vor! Dann stellt sich mir auch gleich die Frage: Warum ist das in Deutschland eigentlich nicht so? Wir arbeiten viel, sind gestresst vom Arbeitstag, kommen nach Hause und wollen einfach nur auf das Sofa liegen. Warum nicht bei schönem Wetter den Tag im Freien mit unserer Familie genießen? Ohne ein schlechtes Gewissen den Kollegen gegenüber ist es vielleicht gar nicht möglich, früher Feierabend zu machen. Und weiter ist mir klar! Trotz der Kälte manchmal im Norden ist es nicht immer dunkel in Schweden, sondern man macht es sich hell – immer wenn es möglich ist. Machen wir das? Ich habe die Schweden als fleißiges Volk kennengelernt, und betrachtet man ihre Wirtschaft, geht es dem Land gut – also warum sind wir in Deutschland so an die Arbeit gekrallt, dass wir uns kaum noch in die Natur trauen oder die Freizeit genießen und einfach mal entspannen in jeder möglichen Situation?

Das interkulturelle Reisetagebuch ist ein Blog von change.project und crossculture academy.

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