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Zu Gast bei den „kriegerischen Kannibalen“

Februar 5th, 2012 § 0 comments

Was für ein Schlag Menschen uns wohl erwartet …, fragen wir uns, während die klapprige Fähre über den Lake Toba auf Sumatra, Indonesien, schippert. Wir besuchen das Gebiet der Batak, die sich nach dem gewaltigen Ausbruch des Vulkans Toba vor rund
70 000 Jahren auf Sumatra niedergelassen haben. Was wir über dieses Völkchen wissen, ist, dass sie einst einer der kriegerischsten Stämme Sumatras waren, sehr isoliert gelebt haben und ihre Feinde ganz gerne als Abendessen verspeist haben. Bis 1816 (!) hat sich der Kannibalismus gehalten. Eine schaurige Vorstellung. Doch wer sich von dem Gesichtskapitel aus dem Reiseführer abschrecken lässt, verpasst eine der besten Erfahrungen einer Indonesien-Reise!
Eines der Zentren der Baktak-Kultur ist die Insel Samosir im Lake Toba, dem größten Vulkankratersee der Welt. Kriegerisch ist hier heute jedoch niemand mehr gesinnt. Die Menschen denen wir begegnen, sind unglaublich freundlich, offen und gesellig. Es ist nicht außergewöhnlich, spontan zu Familienfeiern in eines der typischen Batak-Häuser mit den gebogenen Satteldächern eingeladen zu werden. Nicht nur das Kriegerische sondern auch die Gastfreundschaft und die Musik sind tief verwurzelt in der Kultur der Batak.

Rund sechs Millionen Batak leben heute im Norden Sumatras. Die meisten von ihnen sind Christen – was unter anderem daran liegt, dass sich diese Religion am besten mit den kulinarischen Vorlieben der Baktak vereinbaren ließ. Denn auf Wildschwein-Fleisch und Tuak, den Palm-Wein, wollten die Batak nur ungern verzichten.
Wir haben wir unsere Vorurteile über die Batak jedenfalls ziemlich schnell über Bord geworfen. Und nicht nur die ehemals kannibalischen Einwohner am Lake Toba waren anderes, als gedacht. Insgesamt begann die Reise nach Indonesien – dem Staat mit der größten muslimischen Bevölkerung der Welt – nicht so, wie wir es erwartet hatten: statt dem Ruf des Muezzin läuteten am Tobasee die katholischen Kirchen sonntags zum Gottesdienst.

Übrigens, die Fotos der Häuser zeigen die typische Batak-Architektur am Lake Toba. Der Baustil mit dem markanten, geschwungenen Dach ist ein wichtiger Bestandteil der kulturellen Identität der Batak. Die Gebäude sind in drei Teile aufgeteilt. Unten wohnt sozusagen die Unterwelt. In diesem Bereich werden häufig Dinge gelagert oder Tiere gehalten. Im mittleren Teil wohnt die Familie, dort ist das Menschliche zuhause. Der große Dachstuhl wird nicht genutzt; hier ist Platz für die Ahnen und Götter.

Das interkulturelle Reisetagebuch ist ein Blog von change.project

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