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Das Falsche ist besser als gar nichts?

Dezember 17th, 2011 § 6 comments

Es ereignen sich ab und zu seltsame Dinge auf unserer Reise durch Vietnam. Die Menschen hier sind allgemein sehr freundlich und zuvorkommend. Wären da nicht diese Kommunikationsprobleme. Jemand der evtl. kein Englisch spricht und keine Ahnung hat, was die fremden Rucksacktouristen eigentlich wissen wollen, schickt einen mitten in Hanoi in eine bestimmte Richtung. Dabei klingt er total überzeugend und lächelt immerfort. Hunderte Meter weiter ist klar: die eingeschlagene Richtung ist völlig falsch.

Anderes Beispiel: die Bestellung im Restaurant. Der Gast äußert seine Wünsche und erntet höfliches Lächeln in Kombination mit fleißigem Kopfnicken. Alles klar, dieses Mal scheint die Kommunikation ja zu funktionieren. Denkste! Es kommt genau das, was man nicht wollte, serviert mit einem freundlichen Lächeln.

Warum gibt die Bedienung nicht einfach zu verstehen, dass sie keinen blassen Schimmer hat, was man essen möchte? Und wieso zuckt der Einheimische auf der Straße nicht einfach mit den Schultern wenn er nicht versteht, wohin die verwirrten Touristen wollen?

Den Vietnamesen, denen wir bisher begegnet sind, ist es garantiert nicht egal, wie es den Gästen aus Europa ergeht. Dafür sind sie viel zu freundlich und bemüht.

Es ist wohl eher so: Wie viele Menschen in Südostasien wollen sie ihr Gesicht nicht verlieren. Das heißt, sie geben nur ungern zu, dass sie nicht weiterhelfen können. Harmonie ist das oberste Ziel. Und dafür wird schon mal die falsche Lösung in Kauf genommen. Das ist schließlich besser als gar keine Lösung zu haben.

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§ 6 Responses to Das Falsche ist besser als gar nichts?"

  • Heinz Soremsky sagt:

    Ja, die Erfahrung habe ich auch. Allerdings gilt das nicht nur in Vietnam, sondern in fast allen (süd)ostasiatischen Ländern in mehr oder weniger ausgeprägter Form. So habe ich schon in Thailand Züge verpasst (falsche Richtung zum Bahnhof gezeigt) oder bin entlose Kilometer in die falsche Richtung gefahren oder gelaufen. Einem Reisegefährten zeigte ein Reisbauer eine Furt durch einen Fluss. Er stieg rein … und versackte vor den Augen des lächenden Bauerns bis über den Kopf in den Fluten. Das hatte Konsequenzen, denn er schluckte viel Wasser, das man dort eigentlich nicht unabgekocht trinken sollte.

    Na ja, trotzdem. Das ist eben der Preis für die unglaubliche Warmherzigkeit und Freundlichkeit der Menschen, … und man hat ja Zeit.
    … und: In Berlin bin ich auch schon in falsche Richtungen geschickt worden, und das nicht unbedingt auf freundliche Art udn Weise.

    • Oh… die Geschichte mit dem Fluss ist nicht ohne! Wir haben uns neulich einen Sonnenstich geholt, weil alle Einheimischen meinten, der Tempel sei gleich um die Ecke. Dabei waren es circa zwei Stunden zu Fuß in der Mittagshitze. Aber das stimmt schon… man lässt sich lieber aus Freundlichkeit falsch leiten. Viele Grüße aus Indonesien! Simone

      • Heinz Soremsky sagt:

        Viel Spass in Indonesien. Das mit dem Reisbauer und dem Fluss ist übrigens in Indonesien passiert. … 🙂

        PS. Auf welcher Insel bist Du??

        • Gut zu wissen, dann passen wir auf wenn wir hier Flüsse überqueren wollen 😉 Momentan besteht aber keine Gefahr… wir sind auf Gili Air, eine der Mini-Inseln bei Lombok. Ein kleines Paradies. Habe gestern zum ersten Mal in meinem Leben zu Fuß eine Insel umrundet. Dauert ca. 1,5 Stunden…

          • Heinz Soremsky sagt:

            Ahh, die kenn ich gut. Ich fand sie immer am schönsten von den 3 Gilis dort. Wir waren mehrfach dort, und haben immer in der Anlage „Gili Indah“ gewohnt, ca. 100 m links von der Anlagestelle. Gibt es die noch?? Und das dicke Reh?? Es gab ein einziges Reh auf der Insel, das war ziemlich dick, weil es von jederman gefüttert wurde. Na, wahrscheinlich nicht. Das ist ca. 10 Jahre her, dass ich zuletzt dort war.
            Alles Gute und noch viel Vergnügen

          • Hallo!
            Die Unterkunft gibt es noch, das habe ich neulich beim Spaziergang einmal um die Insel, gesehen. Das dicke Reh ist mir allerdings noch nicht begegnet. Vielleicht hat es zuviel gefressen 😉 Viele Gruesse!

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