Unser Reisetipp


"Pho Suppe in Vietnam" im Reiseblog von HostelBookers.de


Streetfood aus aller Welt


Die zwei Gesichter von Agra

November 8th, 2011 § 0 comments

Morgens, 7 Uhr, kurz nach Sonnenaufgang: Der Taj Mahal ist tatsächlich so schön, rein und makellos wie überall beschrieben. Ein Anblick, der glücklich macht. Das Gebäude und die weitläufige Gartenanlage strahlen eine unglaubliche Ruhe und Romantik aus. Eine Bereicherung für die Sinne und Erholung zugleich.

Drei Stunden später, jenseits der gut geschützten Taj-Mauern: Angriff auf alle Sinne. Drei Gassen weiter herrscht Armut. Dreck und Chaos anstatt weißem Marmor und himmlischer Stille. Die Bewohner Agras jagen nach Kundschaft: „Want Taxi? Money Change? Eat here, drink there! Look here! Come in!“. Hotels, Restaurants, Souvenir-Läden, Internet-Cafés, Kamel-Kutschen und Wechselstuben werden aggressiv beworben. So dass leider nur noch eines hilft: Augen zu und durch. Kein Blickkontakt, keine Konversation, kein Kennenlernen der Stadt Agra und was sie wirklich ausmacht. 80 Prozent der Gäste bleiben nur für wenige Stunden um den Taj Mahal zu sehen, erzählt uns der Koch später im Hotel. Daher also die Versuche, möglichst schnell Geld zu machen und von dem Tourismus zu profitieren.

Das Leben in Indien sei teurer geworden, sagt der Hotel-Angestellte. Preise für Lebensmittel und Benzin seien extrem angestiegen. Und auch die Kinder wollen versorgt werden. Wer es sich leisten kann, schickt sie auf private Schulen, da die Qualität der öffentlichen Schulen sehr schlecht sei. Und dann entschuldigt er sich für all diejenigen, die unsaubere Geschäfte machen. 

Der Eindruck der uns von Agra bleibt, ist der von einer Stadt der Gegensätze – vor und hinter den Mauern des Taj Mahal.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

What's this?

You are currently reading Die zwei Gesichter von Agra at Interkulturelles Reisetagebuch.

meta