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Streetfood aus aller Welt


Ein Snickers für die Götter

Februar 28th, 2012 § 0 comments

Von Simone Deitmer

Indien, Vietnam, Thailand, Indonesien… vier Monate Asien enden für uns auf Bali. Bevor wir in Neuseeland in eine ganz andere Welt eintauchen, steht mit Bali zum Abschluss ein echtes Highlight auf der Reiseplan. Was man auch liest und wo man auch hinhört – jeder schwärmt von der Insel der Tausend Tempel, der interessanten Kultur der Balinesen, ihrer tief verwurzelten Religiosität.

Kommt man im Süden der Insel an und landet in der Touristenhochburg Kuta, so wird man allerdings feststellen, dass Bali nicht nur aus idyllischen Reisfeldern, Palmen, einsamen Stränden und faszinierender Vulkanlandschaft besteht. Im Großraum Kuta dominieren Hotels, Shopping-Malls, Discos, Restaurants, Surf-Schulen, Massage-Salons und Souvenir-Läden. Halb Australien scheint hier Urlaub zu machen. Man sieht sturzbetrunkene Touristen beim Karaoke-Singen, es gibt McDonalds, Pizza Hut, vergleichsweise günstigen Alkohol, „Magic Mushrooms“ und Prostituierte.

Und die Balinesen? Sie lassen sich von all der Party nicht wirklich beeindrucken. Mitten im Moloch stolpert man an jeder Ecke über kleine Opferschalen, die mehrmals täglich auf den Gehwegen abgelegt werden. Für den Mitarbeiter des Fast-Food-Restaurants oder die Kassiererin aus dem 24-Stunden-Supermarkt gehört dieses Ritual zum Arbeitsalltag. In Shopping-Centern brennen an der Kasse Räucherstäbchen, Hotels oder Homestays haben ihren eigenen Haustempel, an dem mehrmals am Tag Opfergaben abgelegt werden. Beobachtet man die Balinesen bei ihren alltäglichen Ritualen, so wirken diese nicht wie eine lästige Pflicht. In sich gekehrt und fast schon meditativ ordnen sie die Gaben an und schwingen die Räucherstäbchen. Egal wie laut der Straßenverkehr ist, oder ob sich nebenan eine Gruppe von Touristen amüsiert: Die Einheimischen wirken, als ob sie unerschütterlich an ihrer speziellen Form des Hinduismus festhalten.

Als Tourist kann man das auf der ganzen Insel beobachten – besonders in ländlichen Gebieten oder beim Besuch der vielen Tempel. Aber die Erfahrung in Kuta hat uns besonders beeindruckt, weil wir die balinesische Kultur dort am wenigsten erwartet hätten.

Bei der Bestückung der Opferschälchen, mit denen Dämonen besänftigt oder Götter geehrt werden sollen, sind die Balinesen übrigens sehr kreativ. Unser Favorit war die Komposition aus Blumen, Reis und einem halben Snickers.

Fotos: Christoph Lempertz

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