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Frauen in Indien

November 22nd, 2011 § 0 comments

Frauen im Tempel in UdaipurIm öffentlichen Leben dominieren in Indien ganz klar die Männer, zumindest kommt einem das als deutsche Touristin so vor. Die erste Frage, die sich mit Blick auf die Straßen Delhis stellte, blieb nahezu dieselbe: Männer verkaufen Essen und Getränke auf der Straße, bedienen in Restaurants, arbeiten in der Küche, sind Inhaber von Geschäften, fahren Taxi; sie sitzen herum und trinken Chai-Tee.
Frauen sind nur am Rande zu sehen, wenn sie zum Beispiel Wäsche im See waschen oder Lasten transportieren. Manchmal entdeckt man weibliche Arbeiter auf Baustellen. In RishikeshFrauen bewegen sich in ihren Saris unauffällig und
wirken zurückhaltend. Mit einer Inderin ins Gespräch zu kommen, ist uns – insbesondere in Nordindien – schwer gefallen. Ab und an trifft man in Läden auf weibliche Verkäuferinnen, doch meist ist der dazugehörige Mann stets im Hintergrund.

Diese Rollenverteilung wirkt sich auch auf die Frauen aus, die Indien bereisen: Als Touristin mit einem männlichen Partner an der Seite bekommt man den Eindruck, für viele Inder Luft zu sein. Frau fragt, der Mann bekommt die Antwort. Lastentransport in JodphurFrau bezahlt, der Mann bekommt das Rückgeld und verwunderte Blicke gleich mit dazu. Auch die Frage nach dem Ehestand ist in Indien so selbstverständlich wie anderswo die Frage nach dem Heimatort. Antwortet man mit „Yes we are married“ erntet man zustimmendes Kopfnicken. Ein Hotel in Delhi verlangte bei der Buchung eines Doppelzimmers gar eine Heiratsurkunde von den Gästen aus Deutschland …

Um als Frau in Indien problemlos reisen zu können, passt man sich am besten so gut wie möglich an – vor allem in weniger touristischen Gegenden, in großen Städten und an religiösen Orten. Neben angemessener Kleidung (Knie und Schultern bedeckt) ist ein gesundes Gespür für das Umfeld und für die Gepflogenheiten der anderen Kultur das wichtigste, was man als Besucherin mitbringen sollte.

In diesem Land wird einem als deutsche Reisende jedenfalls vor Augen geführt, wie wichtig für uns Dinge wie Gleichberechtigung sind. Ob deshalb eine indische Frau gleich unglücklich sein muss, ist natürlich eine ganz andere Frage. Denn was für einen selbst erstrebenswert ist, muss ja noch lange nicht für andere gelten. Und wer weiß, vielleicht liegen der aus unserer Sicht eindeutigeren Rollenverteilung ja auch ganz andere, durchaus positive Werte und Motivationen zugrunde als man aus westlich-emanzipatorischer Sicht automatisch vermutet?

Abgesehen von solchen Überlegungen gibt es in Indien übrigens durchaus auch Bewegungen in Richtung Geschlechtergleichstellung. Beispielsweise arbeiten im Staat Kerala Frauen als Polizistinnen. Und im multikulturellen und weltoffenen Goa trifft man auf deutlich mehr Frauen, die das Zepter in der Hand halten – und zwar nicht nur zu Hause.

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