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"Pho Suppe in Vietnam" im Reiseblog von HostelBookers.de


Streetfood aus aller Welt


Multikulti in Vietnams Bergen

Dezember 12th, 2011 § 0 comments

Nudelsuppe statt Currys, Grüner Tee anstatt Chai, Kegelhüte statt Saris – wir sind in Vietnam angekommen, dem nächsten Land auf unserer Reiseroute. Und um den Mix perfekt zu machen, haben wir uns zu aller erst auf außergewöhnliches Terrain begeben: in die Dörfer der vietnamesischen Bergstämme an der Grenze zu China. Die verschiedenen lokalen Stämme, die in Vietnam eine ethnische Minderheit darstellen, leben rund um die Gebirgsstadt Sa Pa – zum Teil an abgelegenen und nur schlecht erreichbaren Orten. Es ist nicht schwer, deren Angehörige zu entdecken. Vor allem die Frauen fallen auf: in ihren selbst gestickten Gewändern und den auffälligen Kopfbedeckungen sehen sie aus, als kämen sie aus einer anderen Welt.

Richtig nah kommt man den Hmong, Roten Dao oder Tay, wenn man sich auf den beschwerlichen Weg in die Dörfer macht. Die Wanderführerin namens Kia gehört zum Stamm der Hmong und führt die Besucher bei circa 5 Grad und Nebel drei Tage lang von Dorf zu Dorf. Sie spricht vietnamesisch, ein wenig englisch und „ihre eigene Sprache“ – die der „Hmong people“, wie sie sagt. In manchen Siedlungen geht es multikulturell zu: zum Beispiel in Ta Van, das zwar auf vietnamesischen Boden liegt, jedoch von zwei verschiedenen Stämmen bewohnt wird, die sich selbst nicht im entferntesten als Vietnamesen sehen. Zwischen den Hmong und Tay gibt es schon mal Verständigungsprobleme, sagt Kia. Die Angehörigen der Volksstämme sprechen unterschiedliche Sprachen, tragen ihre eigene Tracht und pflegen verschiedene Traditionen. Früher war eine Heirat zwischen Hmong und Tay undenkbar, sagt Kia. Heute ist es möglich – aber wegen der großen Unterschiede dennoch sehr selten.

Das Leben der Bergvölker, die in dem schwer zugänglichen Terrain hauptsächlich Reis anbauen, hat sich durch den Tourismus verändert. Menschen wie Kia arbeiten als Trekking-Guide, bewirten Wanderer oder bieten Schlafplätze in ihren eigenen Häusern an (sogenannte Homestays). Trotz des Einflusses von außen bleibt auch die jüngere Generation in den Bergen, erklärt Kia, die Mutter von vier Kindern ist. In einer Stadt wie Hanoi zu leben, sei für die meisten Bewohner ihres Dorfes nicht vorstellbar. Sie ziehen das harte Leben in den Bergen vor und können den Tourismus als neue Einnahmequelle nutzen. Hua, die fünfjährige Tochter der Gastfamilie kann immerhin schon auf Englisch bis 30 zählen und schnappt von jedem Gast ein paar neue Worte auf. In den ärmlichen Dörfern trifft Tradition auf Gegenwart: Handy, Satelliten-Fernsehen und ein Computer gehören genauso dazu wie Folkloretänze, Handarbeit, stundenlange Fußmärsche zum nächsten Markt und die harte Arbeit Reisfeld.

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